Podiumsdiskussion an der GSK zur Landtagswahl 2017

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In der Mitte der Bühne der Aula der Gesamtschule Kürten sitzen Rainer Deppe (CDU), Lothar Esser (FDP), Jürgen Langenbucher (Die Grünen) und Heike Engels (SPD). Eingerahmt werden sie von einem Team, das sich gut vorbereitet hat und die Kandidaten nicht mit einfachen Phrasen davonkommen lassen wird: Guido Wagner von der Bergischen Landeszeitung, Marla Schneider, Linus Hartz und Katharina Urban, alle Oberstufenschüler der Gesamtschule Kürten und Mitglieder der Schülervertretung. Lange Monologe werden von Julius Giesberg und seiner Tröte unterbrochen, so wird sichergestellt, dass die Kandidaten schnell auf den Punkt kommen und alle ähnliche Redeanteile haben.

 

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 Linus Hartz  Katharina Urban    Marla Schneider
       

Die vorbereiteten Themenfelder sind vielfältig und geben einen Querschnitt der Interessen und Sorgen der Schüler wieder, sie reichen von schulspezifischen Themen wie Inklusion und G8 bis hin zu Asylrecht und Mobilität im ländlichen Raum.

Genau festlegen wollen sich die Kandidaten bei der Frage nach G8 oder G9 nicht, hier werden von allen eher individuelle Lösungen in unterschiedlichen Ausprägungen angestrebt. Das Lernen solle jedoch zeitgemäß stattfinden, indem die digitale Ausstattung der Schulen verbessert wird, fordert Lothar Esser (FDP). Rainer Deppe (CDU) setzt sich in diesem Zusammenhang für den zügigen Breitbandausbau in den ländlichen Regionen ein. Nach kritische Rückfragen des Publikums hinsichtlich der Aktualität des Lehrplans und dessen Nutzen für das spätere Leben schlägt Deppe die Einführung des Schulfachs „Verbraucherbildung“ vor.

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Hellhörig werden die Oberstufenschüler als Lothar Esser (FDP) sich für „moderate Studiengebühren“ ausspricht, die dann ein „exzellentes Studium“ ermöglichen sollen. Dem widersprechen Deppe (CDU) und Engels (SPD), Engels geht sogar einen Schritt weiter und fordert neben einem kostenfreien Studium auch eine kostenlose Meisterausbildung und kostenlose Kitas.

Beim Thema „Asylrecht“ werden die Kandidaten mit einer Schätzfrage nach der Anzahl der Asylbewerber in Kürten überrascht, keine Antwort fällt hier jedoch aus dem Rahmen, auch die Kandidaten haben sich vorbereitet. Unter den Asylbewerbern sind natürlich auch Schüler/innen der Gesamtschule Kürten, unter anderem eine Schülerin der 9. Klasse, die mittlerweile mehrere Jahre die GSK besucht und der nun die Abschiebung droht. Heike Engels unterstützt den Vorschlag, dass gut integrierte Menschen auch in Deutschland bleiben dürfen, sie und Lothar Esser sprechen sich in diesem Zusammenhang auch für ein Einwanderungsgesetz aus. Langebucher wird in diesem Fall konkret und nennt als die wichtigsten 3 Säulen der Integration Sprache, Bildung und Job.  

Die Kandidaten sind sich einig, dass der öffentliche Nahverkehr ausgebaut und verbessert werden muss, Rainer Deppe propagiert dazu eine Taktverdichtung im ÖPNV und den Einsatz von Schnellbussen. Bürger in abgelegenen Regionen ohne direkte Anbindung an den ÖPNV sollen von vermehrtem Einsatz der Bürgerbusse profitieren. Grünen-Vertreter Langenbucher vertritt eine bessere Vernetzung und Taktung von öffentlichen Verkehrsmitteln, ähnlich dem Rendevouz-System der Kölner Verkehrsbetriebe. So soll sichergestellt werden, dass Anschlusszüge und –busse pünktlich erreicht werden können. Durch ein NRW-Ticket für nur 2€ soll der ÖPNV zudem attraktiver gemacht werden. Heike Engels setzt sich in diesem Zusammenhang für die Einführung eines verbilligten Azubi-Tickets ein.

Als Abschluss einer äußerst gelungenen Veranstaltung dürfen die Kandidaten notieren, welche Wünsche sie einer Fee bzgl. NRW nennen würden: mehr Miteinander (Langenbucher), mehr Toleranz (Engels), eine bessere Bildungsqualität (Esser) und mehr Tempo bei wichtigen Themen (Deppe).

(sche, 04.05.17, alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Christopher Arlinghaus)

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