Artikel vom 08.09.2015

http://www.ksta.de/kuerten/kuertener-gesamtschule-die-fruehaufsteherin-unter-den-schulen-feiert-25-jaehriges,15189230,31746906.html

KÜRTENER GESAMTSCHULE
Die Frühaufsteherin unter den Schulen feiert 25-Jähriges

gsk foto artikel schulfest 1

Kürten. 
Die Gesamtschule in Kürten ist eine Schule für Ausgeschlafene. Für Frühaufsteher. Denn hier beginnt die erste Unterrichtsstunde bereits um 7.30 Uhr – weit früher als in den meisten anderen Schulen in der Nachbarschaft. Während die Schulreformen kommen und gehen, erwies sich der Frühstart als erstaunlich langlebig: Seit 25 Jahren hat sich die Gesamtschule in Kürten nun schon mit dem frühen Gong arrangiert, nicht zuletzt, weil alle Versuche, ihn später zu läuten, an den komplizierten Fahrplänen der Buslinien scheiterten.

Das Programm
Ihr Jubiläum feiert die Gesamtschule Kürten am Samstag, 12.
September, mit einem Schulfest. Zur Feierstunde mit rund 250 geladenen Gästen in der Aula um 10 Uhr hat auch Schulministerin Sylvia Löhrmann ihr Kommen zugesagt. Gegen 12 Uhr beginnt das Schulfest mit Aktionen aller Klassen und Gruppen. Schüler-, Ehemaligen- und Lehrer-Band sorgen für Musik, die Musikschule präsentiert sich , ebenso wie die Förderer, Sportvereine und außerschulischen Kooperationspartner. (spe)
Und da die schön gelegene Schule mit dem weiten, ländlichen Einzugsgebiet auf die Busse angewiesen ist – nur rund zehn Prozent der Schüler kommen zu Fuß –, gongt es auch im Jubiläumsjahr der Schule so früh wie im Gründungsjahr 1990. „Damals wurde im Gemeinderat der Beschluss gefasst, die damals hier existierende fünfzügige Hauptschule in eine Gesamtschule umzuwandeln“, erklärt Schulleiter Klaus Schröder. Vorausgegangen war eine Bürgerbefragung, in der sich viele Eltern für eine Gesamtschule ausgesprochen hatten. Am bisherigen Standort der Hauptschule zogen nun Jahrgang für Jahrgang die Gesamtschüler ein, und so hat es eine Grundsteinlegung für die neue Schule nicht wirklich gegeben.

Zwar wurde ein neuer Trakt gebaut, doch wurden auch das bestehende Gebäude der Hauptschule und das der direkt angrenzenden Grundschule hinzugenommen. Und während die Hauptschule langsam auslief, wuchs gleichzeitig die Gesamtschule Klasse für Klasse zur heutigen Größe mit 1131 Schülern heran.

Weise Entscheidung

Offenbar eine weise Entscheidung: „Wir haben einen stabilen Zulauf und den demografischen Rückgang noch nie gemerkt“, sagt Schröder mit Blick auf die Anmeldezahlen. Im Gegenteil: Die Schule müsse jedes Jahr einige Anmeldungen ablehnen. Die Gesamtschule sei mit einer zweizügigen Oberstufe geplant gewesen und heute mit 97 Schülern fast fünfzügig.



„Die Entscheidung zur Gesamtschule in Kürten war richtig, weil der Standort richtig war“, meint Schröder. Bildungsbewusste Eltern und fehlende gymnasiale Konkurrenz hätten den Start glücken lassen. Heute sei nicht zuletzt die an den Gymnasien verkürzte Schulzeit „eine wunderbare Förderung der Gesamtschule“, findet der Pädagoge. Inzwischen ist die Schule längst etabliert. Man versteht sich als ländliche Ganztagsschule, die stark auf Gemeinschaft setzt, Inklusion wird hier schon lange praktiziert. Man will offene Schule sein: „Daher sollen auch die Flüchtlingskinder, die jetzt Woche für Woche kommen, sich bei uns schnell heimisch fühlen“, sagt Schröder. Sie werden in die normalen Klassen integriert. „Das klappt sehr gut“, berichtet der stellvertretende Schulleiter Thomas Jäschke „Es ist erstaunlich, wie schnell die Kinder Deutsch lernen – die Gemeinschaft bringt da sehr viel.“ Doch die starke Nachfrage und neue Aufgaben wie die der Inklusion haben Folgen. Es fehlt an Personal und an Räumen. Schröder: „Ohne die regelmäßigen Aktionen des Fördervereins, der in der Vergangenheit immer wieder eingesprungen ist und etwa die Cafeteria ermöglicht hat und immer wieder bei Sanierungen hilft, wäre vieles nicht umzusetzen.“

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