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KÜRTENER AUSBILDUNGSMESSEKürtener Unternehmen warben für eine Stelle am Wohnort

Erstellt 29.02.2016
 
 
Michael Hamacher erklärt Mona Dörnbach die Wasseraufbereitung im Splash Bad Kürten anhand eines Modells.  Foto: Diethelm Nonnenbroich
Der Andrang und das Interesse waren groß: In der Kürtener Gesamtschule fand am Wochenende die erste Ausbildungsmesse der Kommune statt. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg.  VonKlaus Pehle
 
 
 
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Kürten

Das Interesse war groß. Schon wenige Minuten nach der Eröffnung der ersten Ausbildungsmesse in Kürten am Samstagmorgen waren Gänge, Foyer, Aula und Fachräume der Gesamtschule Kürten mit Leben gefüllt. Gemeinsam hatten die Gemeinde, die IHK Köln, die Gesamtschule und die Arbeitsagentur Bergisch Gladbach eingeladen, um dem nächsten Schulabgängerjahrgang zu zeigen, dass auch in Kürten attraktive Ausbildungsplätze vorhanden sind.
„Viele Jugendliche wissen gar nicht, was sie hier vor Ort alles machen können. Auch hier gibt es attraktive Ausbildungsplätze und spannende, international ausgerichtete Unternehmen“, sagt Eva Babatz. Die Geschäftsstellenleiterin der IHK im Rheinisch-Bergischen Kreis war eine der Initiatoren der Messe. „Bei der Ausbildungsquote kann man in Kürten noch etwas machen“, nennt sie das vorrangige Ziel der Veranstaltung: Auszubildende in Kürtener Betrieben unterzubringen. Im Vergleich zur Gesamtregion der IHK Köln habe Kürten eine unterdurchschnittliche Quote von Ausbildungsplätzen in Bezug auf die Gesamtanzahl der Betriebe. Die hohe Besucherzahl kommentiert sie gegen Mittag so: „Es ist richtig was los, die Aussteller sind sehr zufrieden.“

Auf der Suche nach Fachkräften

Aussteller waren vor allem Unternehmen, die tatsächlich auf der Suche nach geeigneten Bewerbern sind. „Wir sind interessiert, hier vor Ort Auszubildende zu finden“, sagt Marc Müller vom Fleischgroßhandel-Unternehmen „Der Weidener“. „Wie in allen praktischen Berufen haben wir Probleme, gute Auszubildende zu finden, das ist der Fachkräftemangel. Und das hier ist eine gute Plattform, unsere Ausbildungsberufe zu zeigen.“ 
65 Mitarbeiter hat das Unternehmen, davon sieben Auszubildende in so unterschiedlichen Berufen wie Kaufleute im Groß- und Außenhandel, Lageristen, Fachverkäufer und Fleischer. „Gerade bei den Auszubildenden ist das Einkommen ja noch nicht so hoch, da kann sich nicht jeder ein Auto leisten“, zählt Müller einen weiteren Vorteil bei einer Ausbildung in der Nachbarschaft auf. „Ich brauche fünf Minuten mit dem Fahrrad zum Betrieb“, untermauert Fleischer-Azubi Dennis Korsch das Argument. „Kürten hat einen sehr gesunden Branchenmix.“

Für Franz Kremers, Betreiber des Kürtener Freizeitbades Splash, ist dieser Branchenmix ein erheblicher Vorteil, da die Wirtschaftsstruktur der Gemeinde dadurch krisenfest ist. Viele Besucher waren überrascht, dass auch das Splash ausbildet. Dort kann man den Fachangestellten für Bäderbetriebe lernen, der heutzutage nicht nur für Wasserqualität, Sicherheit und Technik zuständig ist, sondern auch Marketing und Kundenbetreuung zu seinen Aufgaben zählt.

220 Schüler machen jährlich ihren Abschluss

Klaus Schröder, Leiter der Gesamtschule Kürten, war angetan von der Resonanz: „Es läuft toll. Wir haben hier 1100 Schüler, und 220 davon gehen Jahr für Jahr ab.“ Er hatte vor allem die Jahrgangsstufen 9 und 12 eingebunden, weil diese in Kürze in den Bewerbungsprozess starten. Dazu gab es konkrete Hilfestellungen von der Raiffeisenbank Kürten-Odenthal, einer der größten Arbeitgeber in der Gemeinde.

In einem Klassenraum zeigten Raiba-Mitarbeiter, wie man eine ansprechende Bewerbungsmappe erstellt und häufige Fehler beim Bewerbungsgespräch vermeidet. „Zum Beispiel, dass man zu nervös ist. Das Gespräch ist ja kein Verhör. Es geht darum, sich und seine Fähigkeiten zu präsentieren“, erklärt Doreen Pütz. Sie als Bankkauffrau-Auszubildende im zweiten Jahr war eine geeignete Ansprechpartnerin für die Schülerinnen und Schüler. 
Mit einem Vorurteil räumte ihre Ausbilderin Nicole Höller auf: „Es wird häufig gesagt die Ausbildungsreife unter den Jugendlichen sei nicht gegeben. Das kann ich so bei uns nicht feststellen.“

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